Samstag, 20. Juni 2009 Rainer Sonnenberger
Bericht von der Väterdemonstration in Berlin 2009

Macht Familienpolitik endlich mit Vätern

20. Juni 2009

Die Berlin-Demo des Väteraufbruch für Kinder am 20. Juni 2009 stand im Wahljahr unter dem Motto „Macht Familienpolitik endlich mit Vätern!“ Aus allen Teilen Deutschlands und aus der Schweiz waren sie angereist: betroffene und engagierte Väter, Mütter, Großeltern und Zweitpartner, einige von ihnen mit Kindern, neben Mitgliedern des Bundesvereins "Väteraufbruch für Kinder" auch Vertreter befreundeter Organisationen, insgesamt etwa 200 Aktive, denen Berlin eine Reise wert war.

Treffpunkt war wie in den Vorjahren der Alexanderplatz. Auch in diesem Jahr stand wieder eine Kremser-Kutsche für die Kinder zur Verfügung. Rainer Sonnenberger (Bundesvorstand) hielt die Eröffnungsrede, in der er die Aktion Väterpolitik.de vorstellte und zum Mitmachen aufrief. Die Demonstranten boten ein buntes Bild: Mit Transparenten und Luftballons, einem „Rettungsschiff“ für Väter in Not, einem „entsorgten“ Vater in einer blauen Mülltonne, blauen Weihnachtsmannkostümen und T-Shirts mit der Aufschrift „Väterpolitik.de – da mach´ ich mit“ zogen sie die Blicke der Passanten auf sich.

    

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kinder klaut!“ – dieser immer wieder ertönende Ruf blieb nicht ungehört. Interessierte Passanten machten sich gleich daran, die an sie verteilten Fragebögen (Aktion „Wahlcheck Väterpolitik“) durchzulesen und auszufüllen. Auch die Flyer zum Film von Douglas Wolfsperger „Der entsorgte Vater“ wurden gerne entgegengenommen.

Die erste Zwischenstation war das Bundesfamilienministerium – und wie im Vorjahr kamen Petrus an dieser Stelle die Tränen. Während es regnete, versammelten sich die Teilnehmer unter dem breiten Eingangsdach. Angela Hoffmeyer (Bundesvorstand) forderte in ihrer Rede, dass die Männer endlich ein eigenes Ressort im BMFSFJ erhalten sollen und dass „Familienpolitik in diesem Haus gemeinsam von Müttern und Vätern für Mütter und Väter gemacht“ werden soll.

Als sich die Sonne wieder zeigte, bewegte sich der Zug langsam weiter zum Bundesministerium der Justiz. Die lauten Rufe wurden abgelöst durch eine wehmütige Stille, als die Teilnehmer mit Kreide die Namen der Kinder auf die Straße schrieben – Kinder, die vielen von ihnen entzogen und entfremdet waren.

Auf dem Gendarmenmarkt folgte die Rede von Marcus Gnau, der ein generelles gemeinsames Sorgerecht ab Geburt auch für nichtverheiratete Väter forderte und zur Demo am 12. September in Hameln einlud.

Endstation und Höhepunkt der Demo war das Brandenburger Tor, Symbol der Wiedervereinigung, mit der Abschlussrede des Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Dr. Ulrich Mueller. Ein gemeinsames Grillfest bildete den Ausklang der Veranstaltung. Auf Wiedersehen bei der nächsten Demo – wer etwas bewegen will, muss sich bewegen!