Samstag, 26. Juni 2010 DNW
bundesweite Demo am 26. Juni 2010 in Berlin

Schluss mit Vätern 2. Klasse!

Gemeinsame Sorge für Mutter und Vater

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Deutschland am 03.12.2009 wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt: Auch nichteheliche Väter müssen einen von der Mutter unabhängigen Zugang zur gemeinsamen Sorge erhalten, da dies für die Entwicklung der Kinder in der Regel das Beste ist. Deutschland ist jetzt endlich gezwungen, eine Gesetzesänderung vorzunehmen.

Damit wir nicht länger familienpolitisches Schlusslicht in Europa bleiben, brauchen wir eine Lösung, die Schluss macht mit Vätern 2. Klasse. Kinder zu haben und Verantwortung für sie zu tragen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht von Müttern und Vätern. Hierüber kann nicht erst durch einen Antrag des Vaters bei Gericht entschieden werden. Untersuchungen zeigen, die gemeinsame elterliche Verantwortung ist für die Kinder die beste Lösung. Kinder haben keine Wahl, ob die Eltern vor der Geburt geheiratet haben. Alle Kinder wünschen sich die Fürsorge durch Mutter und Vater.

Der Väteraufbruch für Kinder fordert die gemeinsame Sorge ab Vaterschaftsanerkennung, möglichst ab Geburt als Regelfall auch für alle nicht miteinander verheirateten Eltern. Nur in wenigen, gesetzlich zu definierenden Ausnahmefällen sollte diese Regel ausgesetzt sein. Alle Kinder haben das Recht auf die Sorge von Mutter und Vater ab Geburt!

  • Lust auf Vatersein!
  • Lust auf Verantwortung!
  • Gemeinsames Sorgerecht für Mütter und Väter!

Zusammen mit Teilnehmern aus ganz Deutschland hat der Väteraufbruch für Kinder e.V. am vergangenen Samstag in Berlin demonstriert. Unter dem Motto „Schluss mit Vätern zweiter Klasse“ forderten die Demonstrierenden, dass nicht miteinander verheiratete Eltern das Sorgerecht ab Geburt ihrer Kinder gemeinsam ausüben. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte vor einem halben Jahr geurteilt, dass die deutsche Regelung des Sorgerechts Väter ohne Trauschein diskriminiert und ihr Grundrecht auf Familie verletzt. Ein erster Reformentwurf wird im Herbst erwartet.

Zum Auftakt der Demonstration traf die Fahrradtour Bodensee-Berlin ein. Willi Schöner war für seine Tochter Anna 1150 km quer durch Deutschland geradelt. Zusammen mit vielen anderen Mitradlern wurde er auf dem Alexanderplatz von den Moderatoren der Demonstration, Angela Hoffmeyer und Dietmar Nicolai Webel, begrüßt.

Emotionaler war eine Kreideaktion vor dem Brandenburger Tor: Väter, Mütter und Großeltern, die seit langer Zeit keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern und Enkeln haben, schrieben die Namen ihrer Lieben auf den Boden des Pariser Platzes. „Das war das erste Mal“, meinte ein Demonstrant ergriffen , „dass ich in meiner Betroffenheit eine so überwältigende Solidarität gespürt habe.“ 

In seiner Abschlussrede auf dem Gendarmenmarkt machte der Bundesvorsitzende des Väteraufbruchs, Prof. Dr. Dr. Ulrich Mueller, den Demonstrierenden Mut, dass es beim Sorgerecht einen Wandel in ihrem Sinne geben werde. Zuvor hatte Rainer Sonnenberger auf dem Alexanderplatz gefordert, die gemeinsame elterliche Sorge grundsätzlich an alle Eltern gemeinsam zu vergeben. Helge Messner kritisierte vor dem Bundesfamilienministerium, dass Eltern, die getrennt von ihren Kinder leben, in dem aktuellen Familienreport unberücksichtigt bleiben. Doris Hanke vom Kreisverein Dresden beschrieb vor dem Bundesjustizministerium den enormen Einfluss von „Erstfrauen“ und forderte einen besseren Schutz von „Zweitfamilien“.