< Vorheriger Artikel
Montag, 20. August 2012 Marcus Gnau
Keine Väter 2. Klasse!

Kanu-Demo in Berlin am 18. August

Ein Bericht von Marcus Gnau

Am vergangenen Samstag, 18.08.2012, fand wieder einmal die traditionelle Väter-Demo in Berlin statt, und zwar nicht im Juni, sondern dieses Mal am Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Ich konnte beim letzten Bundesaktiventreffen im vergangenen Frühjahr in unserem Väterbüro davon überzeugen, dass wir Väter auch auf der Spree demonstrieren müssen. Also wurde diese Idee auch umgesetzt. Die Wasserschutzpolizei war allerdings zunächst skeptisch, denn die Spree ist in Berlin-Mitte für Boote unter 5 PS und ohne UKW-Funkgeräte gesperrt, aber mit dem Argument des Demonstrationsrechts konnten alle Bedenken bei Seite gewischt werden.

Also fuhren wir mit drei Anhängergespannen am Freitagnachmittag nach Berlin. Diese drei Anhängergespanne bestanden aus einem Wohnmobil mit meinem Wohnwagen, einem Geländewagen mit einem Motorkajütboot als sicherndes Beiboot (Auflage der Wasserschutzpolizei) und einem Pkw- mit unserem Kanu-Hänger hinten dran. Wir starteten an meinem Wohnort in Bad Nauheim/Steinfurth gegen 17.00 h und kamen nach einer längeren Panne in Berlin am Hafen gegen 03.00 h morgens an, an dem wenige Stunden später das Motorboot in die Spree gewässert werden musste. In unmittelbarer Nähe befand sich zu meinem Leidwesen eine Outdoor-Techno-Lokalität, die einen geruhsamen Schlaf im Wohnwagen bis um 07.00 h verhindern lies, als ich wieder aufstehen musste.

Bis um 11.00 h mussten die Kanus an die Einsatzstelle gebracht werden, während das Motorboot dort selbst hin schipperte. Als wir mit dem Motorboot eintrafen, landete gerade der Polizeihubschrauber, der neben zwei Schiffen der Wasserschutzpolizei und einem motorisierten Schlauchboot, unsere Kanu-Demo auch aus der Luft sicherte, denn auf der Spree herrscht starker Schiffsverkehr. Die Touristenboote fahren dort im Gegenverkehr in kurzen Abständen. Darüber hinaus ist die Spree dort kanalisiert, so dass die von den Schiffen verursachten Wellen in die Flussmitte zurück geschlagen werden, was wiederum die Kanus ziemlich schaukeln lässt. Deshalb mussten die Ausflugsschiffe an den besonders engen Stellen der Spree an den Anlegern liegen bleiben, während wir diese passierten.

Ein Teilnehmer mit poetischen Fähigkeiten intonierte unsere Parolen mit einer Melodie der Fußball-EM. Wir paddelten also im Chor singend an den Ausflugsschiffen und ufernahem Biergärten vorbei sowie unter den Brücken hindurch. Ich hatte den Eindruck, dass wir nicht zuletzt wegen des Gesangs absolut sympathisch „rübergekommen“ sind. Es gab viel Beifall und Zustimmung von den Passanten. Auch die Polizisten verabschiedeten sich nach der Demo von uns mit den Wünschen, dass wir mit unserer Forderung nach dem gemeinsamen Sorgerecht ohne „Wenn“ und „Aber“ Gehör finden werden, und freuten sich darauf, uns im nächsten Jahr wieder begleiten zu können.

Nach der Demo gegen 14.00 h wartete wieder viel Arbeit auf wenige, die die Kanus aus der etwa der bis vier Meter unterhalb der Straße liegende Spree bargen und auf den Kanu-Hänger verluden. Auch das Motorboot musste wieder in den Hafen zurück gebracht, dort aus dem Wasser geholt und auf den Hänger verladen werde. Außerdem verlegten wir unseren Schlafplatz aus dem Hafen in den ruhigen Grunewald, der selbst zu Love-Parade-Zeiten von nächtlicher Techno-Musik verschont war.
Gegen 20.00 h trafen wir dann zum gemütlichen Abschlussgrillen zusammen. Um 01.00 h fiel ich dann todmüde aber sehr zufrieden ins Bett.

Gestern haben wir um 11.00 h den Heimweg angetreten und sind nach vielen langen Staus auf der Autobahn gegen 20.00 h in Steinfurth wieder angekommen.

Alles in allem war es ein tolles Event mit einem sehr hohen Spaßfaktor!

Michael Stanke, der das Motorboot zur Verfügung gestellt und gefahren hat,
hat die Kanu-Demo gefilmt und den Film geschnitten.